Peptide gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
Diese Seite wurde am 2026-07-08 aktualisiert und wird regelmäßig bei neuen Erkenntnissen überarbeitet.
=== Bewohner von Höhenlagen === In den Anden, wo zahlreiche Großstädte wie El Alto, La Paz, Cuzco oder Quito auf einer Höhe von 3000 bis über 4000 m liegen, ist die Höhenkrankheit, „Soroche“ genannt, ein ständiges Problem für viele Einheimische und auch Reisende. Tibeter haben genetisch bedingt eine erhöhte Atemfrequenz und einen erhöhten Blutfluss, so dass sie – im Gegensatz zu den indigenen Völkern Südamerikas – nicht so oft erkranken. Auch bei anderen Völkern der Himalayaregion wie den Sherpa ist eine genetisch bedingte deutlich verminderte Neigung zur Höhenkrankheit bekannt, da die Produktion von Blutplasma bei ihnen erhöht ist. Bei den Han-Chinesen kennt man die subakute Bergkrankheit bei Kindern nach Geburten in großen Höhen. Ein ähnliches Syndrom wurde bei Soldaten beschrieben, die über mehrere Monate in Höhen oberhalb von 6000 m stationiert waren. Die chronische Höhenkrankheit (Monge-Krankheit nach ihrem Erstbeschreiber Carlos Monge Medrano, 1925) befällt Langzeitbewohner großer Höhen; hier kommt es zusätzlich zu einer Polyzythämie, zu Lungenembolien und zu Symptomen wie beim Pickwick-Syndrom.
Quellen: de.wikipedia.org
== Ursachen und Verlauf == Die Ursache liegt darin, dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe absinkt und damit auch der Sauerstoff-Partialdruck. Neben der dadurch bereits verminderten Sauerstoffaufnahme führt der geringe Sauerstoff-Partialdruck zu einer Verengung der Blutgefäße in der Lunge (pulmonale Vasokonstriktion; siehe Euler-Liljestrand-Mechanismus) und somit zu einem weiteren Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut. Es tritt eine Sauerstoffunterversorgung des Körpers (Hypoxie) ein. Die körpereigene Atemregulation wirkt dem nicht entgegen, da sie vornehmlich auf den Kohlendioxidgehalt, den stärksten Atemantrieb des Blutes, reagiert. Dieser steigt bei abnehmendem Luftdruck aber nicht an. Im Schlaf kann durch den geminderten Atemantrieb eine Cheyne-Stokes-Atmung auftreten. Als weitere Komplikationen können ein Höhenlungenödem und ein Höhenhirnödem eintreten. Aufgrund des herrschenden Sauerstoffmangels kommt es zu einer reflektorischen Hyperventilation, eine sogenannte hypoxische Mehratmung (englisch hypoxic ventilatory response, HVR) die durch vermehrtes Abatmen von CO2 zu einer respiratorischen Alkalose führt (eine Anhebung des pH-Wertes im Blut, das Blut wird entsäuert bzw. alkalischer). Dies erzeugt Kopfschmerzen, Verwirrung und Sinnestäuschungen. Durch eine gute Akklimatisation kann die Niere diesen Effekt teilweise kompensieren, aber oberhalb von 7000 m ist auch diese Gegenregulation nicht mehr ausreichend möglich.
Quellen: de.wikipedia.org
Außerdem kommt es aufgrund der Entwässerung (Dehydratation) zu einer akuten Nierenleistungseinschränkung und die metabolische Kompensation der Alkalose (Stoffwechsel-Ausgleich) fällt weg. In der Lunge verengen sich die Blutgefäße aufgrund der Selbstregulation (pulmonale Vasokonstriktion; siehe Euler-Liljestrand-Mechanismus). Im Hirn verursacht die Hypoxie eine reflektorische Vasodilatation. Im großen Kreislauf stellt sich ein hoher systolischer Blutdruck aufgrund der sympathischen Aktivierung ein, wodurch es im Hirn zum Abpressen von Flüssigkeit kommt und sich lebensgefährliche Ödeme bilden. Hier hilft nur sofortiger Abtransport in niedere Höhen, Sauerstoffbeatmung und eventuell eine Druckkammerbehandlung. Große Expeditionen führen zu diesem Zweck oft einen Gamow-Sack mit sich, der in Grenzen eine mobile Druckkammer-Funktionalität bietet. Das Höhenlungenödem ist von zunehmender Luftnot und von einem Flüssigkeitsübertritt in die Lungenbläschen eventuell mit schaumigem oder blutigem Auswurf gekennzeichnet.
Quellen: de.wikipedia.org
== Gegenmaßnahmen == Bei leichten bis mäßigen Symptomen sollte einen Tag pausiert werden. Die Kopfschmerzen sollten mit einem nichtsteroidalen Antiphlogistikum, z. B. Ibuprofen, behandelt werden. Dazu werden ein Mittel gegen Übelkeit (Antiemetikum) sowie Acetazolamid zur besseren Akklimatisation empfohlen. Verbessern sich die Symptome nach einem Tag nicht, ist ein Abstieg um 500 bis 1000 m angeraten. Bei schweren Symptomen muss ein sofortiger und möglichst weiter Abstieg erfolgen. Dazu sollten Sauerstoff gegeben werden sowie Dexamethason (zunächst 8 mg intramuskulär, intravenös oder oral sowie weitere 4 mg alle sechs Stunden). Eine große Gefahr ist die Entwicklung eines Höhenhirnödems. Ein Wiederaufstieg sollte nur erfolgen, wenn die Höhenkrankheit ohne Einsatz von Medikamenten (außer Acetazolamid) völlig verschwunden ist. Dann empfiehlt sich beim Wiederaufstieg die Einnahme von Acetazolamid zur Prophylaxe. In den Anden wird als Mittel gegen Höhenkrankheit (auch vorbeugend) ein Tee aus Blättern des Cocastrauchs getrunken oder diese werden mit Kalk gekaut. In Tibet wird von den Einheimischen Buttertee (gesalzener Tee mit viel Butter) als Vorsorge gelobt. Für beides gibt es keine Studien, die die Wirksamkeit nachweisen.
Quellen: de.wikipedia.org
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